Französische Besuchskarten

Wenn wir jetzt versuchen, einen Überblick über die Leistungen der einzelnen Länder auf dem Gebiet der Besuchskarte zu gewinnen, und dabei naturgemäß bei ihrem Ursprungslande beginnen, so drängt sich der Eindruck auf, daß der Anteil Frankreichs verhältnismäßig gering ist. Das ist um so erstaunlicher, als die Blütezeit der illustrierten Besuchskarte grade mit der glänzendsten Periode der französischen >petite estampe< zusammenfällt, als Cochin, Moreau, Eisen, die St. Aubin, Choffard und so viele andre Meister der Griffelkunst den Weltruhm des französischen Buchgewerbes begründeten und gleichzeitig für Kunsthändler, Optiker, Parfumeure und andre Gewerbetreibende zahllose Adreßkarten von unvergleichlicher Grazie, Schönheit und Vornehmheit schufen. Vielleicht war es aber grade die Blüte dieser Geschäftskarten, die die vornehme Welt abhielt, ihren Besuchskarten den gleichen Schmuck zu geben, die ihr in dieser Hinsicht größte Einfachheit als das beste Unterscheidungsmerkmal erscheinen ließ. Wo aber künstlerischer Schmuck vorkommt, beschränkt er sich regelmäßig auf eine ornamentale Umrahmung. Als der Hauptmeister erscheint Pierre Phillippe Choffard (1730 oder 36-1809), dessen eigenes Blatt, eine Schrifttalel mit Rosengirlande im reinsten Stile Ludwigs XVI., ein kaum zu ütreffendes Beispiel seines vollendeten Geschmacks und seiner feinen Grazie ist (Abbildung bei Maillard, Menus et Programmes iIlustrées, S. 26). Freilich steht es schon auf der Grenze zur Geschäftskarte. Ausgezeichnet ihm auch die Karte für das Offizierkorps eines Infanterieregiments mit dem Ludwigsorden und kriegerischen Emblemen (Abb. ebenda, S. 29). Auch das hier wiedergegebene Blatt des Genfers Rillier (1747-1820), der mit einer Nichte des Finanzministers Necker verheiratet war und deren Namen nach Schweizer Landessitte dem seinigen angehängt hatte, ist eine geschmacklich und technisch gleich hervorragende Leistung. Nach der Unterschrift ist es 1774 gefertigt worden (Abb. 245).

Besuchskarte des Bildhauers A. Canova, Kupferstich von Pietro Fontana (Aus der Arena)

Wenn wir jetzt versuchen, einen Überblick über die Leistungen der einzelnen Länder auf dem Gebiet der Besuchskarte zu gewinnen, und dabei naturgemäß bei ihrem Ursprungslande beginnen, so drängt sich der Eindruck auf, daß der Anteil Frankreichs verhältnismäßig gering ist. Das ist um so erstaunlicher, als die Blütezeit der illustrierten Besuchskarte grade mit der glänzendsten Periode der französischen >petite estampe< zusammenfällt, als Cochin, Moreau, Eisen, die St. Aubin, Choffard und so viele andre Meister der Griffelkunst den Weltruhm des französischen Buchgewerbes begründeten und gleichzeitig für Kunsthändler, Optiker, Parfumeure und andre Gewerbetreibende zahllose Adreßkarten von unvergleichlicher Grazie, Schönheit und Vornehmheit schufen. Vielleicht war es aber grade die Blüte dieser Geschäftskarten, die die vornehme Welt abhielt, ihren Besuchskarten den gleichen Schmuck zu geben, die ihr in dieser Hinsicht größte Einfachheit als das beste Unterscheidungsmerkmal erscheinen ließ. Wo aber künstlerischer Schmuck vorkommt, beschränkt er sich regelmäßig auf eine ornamentale Umrahmung. Als der Hauptmeister erscheint Pierre Phillippe Choffard (1730 oder 36-1809), dessen eigenes Blatt, eine Schrifttalel mit Rosengirlande im reinsten Stile Ludwigs XVI., ein kaum zu ütreffendes Beispiel seines vollendeten Geschmacks und seiner feinen Grazie ist (Abbildung bei Maillard, Menus et Programmes iIlustrées, S. 26). Freilich steht es schon auf der Grenze zur Geschäftskarte. Ausgezeichnet ihm auch die Karte für das Offizierkorps eines Infanterieregiments mit dem Ludwigsorden und kriegerischen Emblemen (Abb. ebenda, S. 29). Auch das hier wiedergegebene Blatt des Genfers Rillier (1747-1820), der mit einer Nichte des Finanzministers Necker verheiratet war und deren Namen nach Schweizer Landessitte dem seinigen angehängt hatte, ist eine geschmacklich und technisch gleich hervorragende Leistung. Nach der Unterschrift ist es 1774 gefertigt worden (Abb. 245).

Weitere Bilder zu diesem Kapitel:

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Abb. 248 Besuchskarte des Grafen Savioli, Kupferstich (Nach Bertarelli-Prior) Abb. 249 Besuchskarte der Gräfin Lucrezia di Colloredo, Kupferstich von G. Rosaspina (Kunstgewerbemuseum Berlin)