Papier, Punze, Satzbreite, Satzspiegel

Papier

Papier (von französ.: papier, aus griech.: pápyros Papyrusstaude) ist ein Material, das vorwiegend zum Beschreiben und Bedrucken verwendet wird und größtenteils aus pflanzlichen Fasern besteht. Normalerweise wird Papier in dünnen Schichten verwendet; es kann aber auch zu massiven Objekten geformt werden (Pappmaché). Papier wird in der Regel aus Holzschliff oder Zellstoff hergestellt.

 

Punze

Als Punzen werden in der Typografie die nichtdruckenden Innenflächen eines Buchstabens beschrieben: als geschlossene Punzen bezeichnet man die umschlossenen Innenflächen der Buchstaben a, b, d, e, g, o, p, q; als offene Punzen z. B. die der Buchstaben h, m, n oder u. Die Punzenbreite des Kleinbuchstabens >n< dient als Anhaltspunkt für den Wortzwischenraum.

 

Satzbreite

Aufgrund unserer Wahrnehmung sollte bei einem durchschnittlichen Leseabstand von ca. 30 cm die Satzbreite - auch als Zeilenlänge bezeichnet - eine Laufweite von 8 cm nicht überschreiten. Dies stellt den optimalen Bereich dar, den das menschliche Auge in Einem, horizontal scharf erfassen kann und somit gut wahrgenommen wird. Andere Quellen sprechen von Wörtern pro Zeile, wieder andere Quellen von Abhängigkeiten, die noch komplexer sind (Auflösung des Druckbildes, Serifen oder nicht Serifen, Zeilenabstand).

 

Satzspiegel

Als Satzspiegel wird in der Typografie die Nutzfläche auf dem Papier eines Buches, einer Zeitschrift oder anderen Druckwerken bezeichnet. Der Satzspiegel wird begrenzt durch die Satzspiegelränder, also die Stege außerhalb der bedruckten Fläche. Die Spalten (Kolumnen) mit Text, Grafik oder Bild gehören immer zum Satzspiegel, während der Kolumnentitel (Kopfzeile, Seitenzahl etc.) nicht mehr dazu gehört. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Bleisatz und Buchdruck: Im Spiegel über seinem Arbeitsplatz konnte der Setzer die seitenverkehrt gesetzten Buchstaben seitenrichtig lesen. Die Kunst beim Satz ist die Gestaltung der Seite in einer Form bzw. in einem Verhältnis, so dass sie dem Betrachter harmonisch erscheint. Um dieses subjektive Ziel zu erreichen bedient sich das Druckereihandwerk diverser Regeln und Systeme zur Erreichung des gewünschten Ergebnisses. Unter anderem werden die Maße des Goldenen Schnittes und zugehörigen Zahlen der Fibonacci-Folge bemüht, aber über die Jahrhunderte hinweg auch etliche andere Systematiken. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass ein bestimmtes Teilungsschema für die Seite nur für ein bestimmtes Seitenformat des Papiers gilt. In der Regel fallen die Stege zu Mitte eines Buches schmaler aus als am Rand, da sich dort die Seiten berühren und somit die beiden innenliegenden Stege optisch eher wie eine Einheit doppelter Breite wirken. So wurde beispielsweise im Mittelalter bei Papier mit dem Seitenverhältnis 2:3 oft ein Verhältnis von Bundsteg:Kopfsteg:Außensteg:Fußsteg von 2:3:4:6 verwendet, bei Papier mit 3:4 auch 3:4:6:8.