Durchschuss, Gestaltungsraster, Geviert

Was bedeutet eigentlich ...

Durchschuss

Durchschuss bezeichnet im Buchdruck diejenigen schmalen Bleistücke, mit denen die Zwischenräume zwischen den Zeilen hergestellt werden. Die Bezeichnung ist ebenfalls im digitalen Satz gebräuchlich. Ein Durchschuss beschreibt den Abstand zwischen der Unterlänge der oberen Zeile bis zur Linie der Oberlänge der nachfolgenden Zeile. Der Durchschuss wird oft mit dem Zeilenabstand verwechselt - ist jedoch nicht dasselbe, denn der Zeilenabstand wird von Grundlinie zu Grundlinie gemessen. Im Fließtext gilt als ästhetisches Maß ein Durchschuss von 20%. Ein "durchschossenes Exemplar" bezeichnet hingegen ein Buch oder einen Druck, bei dem nach jeder bedruckten eine leere Seite eingebunden wurde, um handschriftliche Ergänzungen oder Notizen zu ermöglichen. Anders als beim Einlegen loser Blätter sind durch das Einfügen von Leerseiten nachträgliche Ergänzungen im durchschossenen Exemplar dauerhaft gesichert (so etwa bei Drucken alter Rechtstexte oder bei Bühnenmanuskripten).

Gestaltungsraster

Der Gestaltungsraster bezeichnet ein typographisches Ordnungs- und Konstruktionssystem mit dem Zweck, informative und gestaltende Elemente von Drucksachen, heute auch Websites, nach einheitlichem System zu ordnen. Diese Ordnung dient dazu, den Lese- und Betrachtungsfluss zu optimieren (Text, Bild, Grafik), zu lenken (Werbung) und Handlungsabläufe (Formulare, Webformulare) zu vereinfachen. Der Gestaltungsraster tritt in zeichnerischer Form (Linien, Hilfslinien, Schraffuren) bezogen auf ein konkret auszufüllendes Format (meist und in der Folge: Drucksache) auf und wird ergänzt durch Angaben zur typographischen Gestaltung (z.B. Schriftarten und -größen (Hausschrift), Nutzung von Bildern und grafischen Elementen, Zweck und technische Eigenschaften des zu gestaltenden Mediums). In der Drucksachengestaltung besteht er in der Regel aus einem System von x Reihen mal y Spalten, die getrennt und/oder umgeben von unbedruckten Flächen die rechteckige Grundeinheit des Rasters ergeben. Die Umsetzung des Gestaltungsrasters in Layout und Satzarbeit ist Aufgabe des Layouters bei Auftraggeber/Werbeagentur oder des Mediengestalters/Schriftsetzers im grafischen Betrieb. Der Gestaltungsraster stellt durch klare geometrische Einteilung in Verbindung mit eindeutigen Gestaltungsanweisungen eine erhebliche Erleichterung und Beschleunigung in der technischen Umsetzung dar, vor allem in Verbindung mit der Anlage von Musterseiten in modernen Layoutprogrammen.

Geviert

Das Geviert ist eine typografische Maßeinheit aus der Zeit des Bleisatzes mit beweglichen Lettern, die auch im modernen DTP noch verwendet wird. Es entspricht einer quadratischen Fläche, deren Seitenlänge sich aus der Höhe des Schriftkegels (der Kegelstärke) ergibt. Demzufolge definiert das Geviert in der Senkrechten den Mindestzeilenabstand einer Schrift; in der Waagrechten ist es - in verschiedenen Unterteilungen bis zu einem 24stel - die Maßgrundlage für den Abstand zwischen Wörtern und Satzzeichen, und die Länge der Geviertstriche. Der übliche Wortabstand z. B. beträgt ein drittel Geviert. Die im Englischen verwendeten Bezeichnungen "Em" für "Geviert" und "En" für "Halbgeviert" sollten nur als Näherung verstanden werden, denn die Breite der Buchstaben M und N ist für die Definition von Geviert und Halbgeviert nicht maßgeblich.