Das Lexikon: Wissenswertes aus der Typografie von a-z

Akzidenzdruck

Eine Akzidenz (Plural Akzidenzen oder Akzidentien) (lat. accidens - sich ereignende zu accidere) ist eine Druck- oder Satzarbeit von in der Regel geringem Umfang. Der Arbeitsaufwand kann trotz dieses geringen Umfangs erheblich sein, wenn aufwendige Gestaltungsarbeiten zu bewältigen sind. Akzidenzdrucksachen sind Gelegenheitsdrucksachen. Das können all jene Drucksachen sein, die nicht zum Zeitungs-, Zeitschriften- oder Werkdruckbereich gehören. Darunter fallen nicht periodisch erscheinende Druckprodukte wie zum Beispiel Prospekte, Visitenkarten, Eintrittskarten, Briefe sowie amtliche und nichtamtliche Formulare. Die im Umgangsdeutsch Werbebeilagen genannten, häufig in Zeitschriften und Zeitungen zu findenden Drucksachen nennt man in der Fachsprache auch Akzidenzbeilagen.

 

Büttenpapier

BüttenpapierBüttenpapier ist ein ursprünglich von Hand mit einem Sieb aus einem flachen, wannenförmigen Gefäß (der Bütte) geschöpftes Papier. Es wird aus einem verdünnten Faserbrei aus Hadern oder Zellstoff, das sogenannte Ganzzeug (Ganzstoff), manuell mit Hilfe eines Siebes geschöpft. Der Büttenrand entsteht organisch mit der Blattbildung. Dabei entsteht der typische, ungleichmäßige und verlaufende Rand handgeschöpfter Papiere. Heutzutage gibt es auch imitierte Büttenpapiere mit gestanztem Rand.

 

Bleisatz

Bleisatz Druckerei Handsatz DüsseldorfBleisatz ist eine Methode zur Herstellung von Drucken, bei der ursprünglich einzelne Lettern (Einzelbuchstaben) zu einem Druckstock zusammengesetzt wurden. Nach dem Abdruck kann der Druckstock wieder in seine Einzelteile zerlegt und die Lettern neu verwendet werden: Druck mit beweglichen Lettern oder, nach dem Gutenberg-Biografen Andreas Venzke, Mobilletterndruck. Die Grundlage für diese Technologie wurde um 1440 von Johannes Gutenberg geschaffen. Man unterscheidet den Handsatz - die älteste Form, die erst in den 1970er Jahren weitgehend verschwand - und den Maschinensatz, der wiederum weiter untergliedert werden kann in Zeilenguss-Maschinensatz (Linotype, Ludlow, Typograph) und Einzelbuchstaben-Maschinensatz (Monotype). Ein schneller Setzer schaffte im Handsatz bis zu 1500 Zeichen pro Stunde. Viele der typografischen Begriffe und Regeln aus der Zeit des Bleisatzes sind auch heute noch gültig und wurden sogar auf das Screendesign übertragen. Wurde abgelöst durch neuere Satztechniken: den Computersatz bzw. das Desktop-Publishing im Druckereigewerbe.