Typographische Formen und Kontraste

Typographische Formen und Kontraste

Die Ausgangsformen der abendländischen Schrift geht zurück auf die Phöniker und Griechen. Im ??????????????????????????????????? erkennen wir die Wurzelformen der lateinischen Schriften,, die auf eine tiefe Symbolik hinweisen, die auch den berühmten Säulenordnungen der griechischen Tempelerbaue eigen ist. Diesen Vergleich zu ziehen ist sehr berechtigt, denn man erkennt leicht die Beziehungen und gleichen Absichten künstlerischen Ausdrucks und tiefer Symbolik. Dieser kann man sich nicht entziehen, wenn man mit diesen Formen gestaltet.

Das erfolgreiche Erstellen aller Drucksachen, die kontrastreich, d.h. spannungsreich und wirkungsvoll sein dürfen, bedingen vom typographischen Gestalter nicht nur Phantasie und gute Ideen, sondern vor allem auch das Wissen um die Ursprünge der Formen und Kontraste, durch welche die Wirkungen erreicht werden. Kontraste sind Gegensätze. Die Kunst des typographischen Gestalters ist es, die Ursprünglichkeit der Gegensätze durch die richtige Dosierung aufeinander abzustimmen und durch zweckvolle Anwendung zur Harmonie zu verbinden.

Dieses Abstimmen der Elemente aufeinander ist es, was die Schwierigkeiten bereitet. Mit Logik allein kann man dieses Gebiet nicht meistern, denn sie führt ohne das richtige Gefühl für die Dinge zu Trugschlüssen. Wie machoft hat man hören können: "In diese fette Umrandungslinie gehören fette Schriften, sonst fallen sie durch." Dabei muss man genau das Gegenteil machen, um zur Wirkung zu kommen: Das kräftige Element muss man mit Zarten begleiten, das Große mit Kleinem, das Ruhige mit Bewegtem, das Schmückende mit Einfachemund zwar möglichst so, dass die Häufung der Wirkungselemente die Zahl 3 nicht überschreitet. In zu großer Häufung der Elemente auf dem gleichen Blickfeld tritt nur zu leicht die wirkungsaufhebende Zersplittung ein. Dagegen können von Blickfeld zu Blickfeld im Wechsel recht gegensätzliche Gestaltungen und Gestaltungselemente erfrischend und belebend wirken, gleicherweise wie eine Reihe nebeneinanderliegende, interessant gestaltete Schaufenster. Jedes neu gestaltete Schaufenster im neuen Blickfeld wirkt nicht nur für seinen Eigenzweck allein, sondern zugleich als bereicherndes und abwechslungsreiches Gegenelement günstig und fördernd auf seine Nachbarschaft. Die gleiche Gesetzmäßigkeit der Wirkung und Gegenwirkung ist auch in der Typographie in Geltung. Es ist der Zweck dieses Artikels, das Verständnis für die Gesetzmäßigkeit der Wirkungen allgemein zu fördern. Die Beispiele mögen das Erkennen erleichtern helfen. Positiv neben Negativ, ruhige Formen in Verbindung mit beschwingtem Element, Schmückendes neben Glattem usw. Lassen immer wieder spüren, dass sie dorische, jonische und korinthische Trinität durch alle Zeiten und alle Epochen immer wieder abgewandelt wiederkehrt und von den schöpferischen Tätigen auch erkannt werden sollte.