Papier, Formung, Farbe

Papier

Das Papier als Träger der gedruckten Typen wird nach praktischen und ästhetischen Gesichtspunkten gewählt. Für eine Drucksache, die ansprechend und dauerhaft sein soll, scheidet ordinäres, holzhaltiges Papier aus.

Den verschiedenen Ansprüchen wie Lichtechtheit, Knitterfestigkeit, Saugfähigkeit, Stärke, Gewicht, Oberflächenbeschaffenheit, Laufrichtung, Farbtönung und Schreibfähigkeit muss das nötige Augenmerk geschenkt werden, will man bei der späteren Verwendung der Drucksache keine Enttäuschung erleben.

Papier aus gutem Werkstoff regt den Gestalter der Druckarbeit meist zu schöpferischer Formung an. Zu vermeiden ist die Anwendung künstlicher Büttenränder, sie wirken kitschig und unechte, dagegen sind gerissene Papierränder ohne weiteres anwendbar und von guter Wirkung. Die richtige Papierwahl verleiht der gut gesetzten Arbeit die letzte Abrundung.

Formung

Die Formung des Satzes ist schon weitgehend bestimmt durch das Erkennen der Nuance und durch das richtige Gefühl für die Zweckbestimmung. Immerhin spielt hier eine gewisse Originellität des Gestalters hinein, die manche Überraschung bringen kann - und Überraschung in gutem Sinne ist bei Werbedrucksachen in der Reihe anderer Werbungen ein wesentliches Plus. Aber auch hierhin muss das rechte Maß erkannt werden, damit Überordnung vermieden werden. Die Spannungsmöglichkeiten der Formung liegen im feinen Gegenspiel der Elemente, Schriftgruppen oder Papierräume zueinander. Alle Elemente treten auf der Papierfläche stets in Beziehung zueinander. So wirken kleine und große Schriften, magere und fette oder ruhige Schriftgruppen gegen bewegte Belebungszeilen in ihrer Wechselewirkung zueinander. Immer wird aber hierbei weise Beschränkung auf wenige Gegenwirkungselemente, möglichst nicht mehr als drei, beachtet werden müssen. Jedes Zuviel endet in Unruhen, jedes Zuwenig in Langeweile und Spannungslosikgkeit. Hierbei gilt es also fein abzuwägen, und dies muss immer in zuträglichem Sinne zum Manuskriptinhalt geschehen.

Farbe

Bei der Anlage schöner Drucksachen sollte der Gestalter hie und da auch die Verwendung einer zweiten Farbe denken. Wie erfrischend hebt sie sich aus der Reihe der übrigen Drucksachen hervor. Schöne Farbigkeit erfreut, regt an und sollte auch in unserem Beruf in geeigneten Fällen erwogen werden. Farbigkeit soll aber nicht mit Buntheit verwechselt werden. Farbkigkeit erfreut, regt an und sollte auch in unserem Beruf in geeigneten Fällen erwogen werden. Farbigkeit soll aber nicht mit Buntheit verwechselt werden. Ein Buntheit wird leicht bei demjenigen eintreten, der die Farbe nicht auf ihre Feinheiten hin berurteilen kann. Für den Akzidenzdruck wird es sozusagen stets notwendig sein, sofern zwei bunte Farben zusammen auf der gleichen Papierfläche verarbeitet werden, durch Brechen oder Auflichten der einen oder anderen Farbe die Kontraste zu mildern, um eine feine Harmonie zu erzielen. Meist wird ja Schwarz die Grundfarbe sein, zu welcher eine Auszeichnungsfarbe hinzutritt.

Man muss auch daran denken, dass es Symbolfarben gibt. Die starke Verwendung solcher Farben lässt auf eine bestimmte Absicht schließen:

Gold = Jubiläumsfarbe bei 50jährigem Bestehen
Silber = Jubiläumsfarbe bei 25jährigem Bestehen
Rot = Liebe, Freiheit
Grün = Hoffnung
Blau = Glaube, Treue, Romantik (auch die Farbe für Wasser- und Eissport)
Violett = Buße, Trauer, auch Modefarbe
Weiß = Unschult, Reinheft
Scharz = Trauer