Gestaltung

Jeder typographischen Gestaltung liegt ein Manuskript zugrunde. Das Manuskript ist das Fundament, auf welches sich jede Formung geistig und geschmacklich stützt. Jede Drucksache hat mindestens folgenden Grundforderungen zu entsprechen, nach denen sie auch beurteilt wird.

  • Zweckmäßigkeit
  • Originalität
  • Gute Satztechnik
  • Gute Farben- und Papierwahl
  • Sprachlich und orthographisch fehlerfrei
  • Guter Gesamteindruck

Damit sind die wesentlichen allgemeinen Bedingungen genannt, die man von Fall zu Fall noch erweitern kann. Die Zweckmäßigkeit ist wegleitend bei der Wahl der Mittel, und es ist von Nutzen, die Akzidenzdrucksachen zunächsteinmal in zwei großen Gruppen zu teilen.

Als Zweckdrucksachen kann man alle nachfolgenden Akzidenzarbeiten zählen, die der Ordnung, der Registrierung, der technischen Genauigkeit, dem internen kaufmännischen oder amtlichen Verkehr dienen, wie Büroformulare, Karthothekkarten, Quittungen, Anmeldungen und sonstige ordnende oder technische Sorten.

Das Gestaltungsprinzip wird hier geleitet von den Bedingungen: Ordnung, Übersicht, Sachlichkeit. Die zu verwendenden Schriften sind einfach, klar, formal einwandfrei, schlicht und unschmückend. Am besten eignen sich hierzu die unpersönliche Groteskschrift und einfache Linie.

Unter anschaulichen Drucksachen sind diejenigen zu verstehen, die man als feine Akzidenzen bezeichnet und die für private und gesellschaftliche Anlässe bestimmt sind, wie Einladungen, Geburts-, Verlobungs- und Vermählungsanzeigen, Programme, feine Heimwerbungen, welche Beschaulichkeit haben sollen. Es gehören hierzu auch die feineren Geschäftsdrucksachen udn Werbeprospekte, Kataloge und Urkunden. Diese Drucksachen sollen beim Betrachten das Auge längere Zeit erfreuen, weshalb hier Elemente und Schriften angewendet werden dürfen, die diesen Zweck dienen.

Immerhin gibt es nter den anschaulichen Schriften und sonstige Elemente die verschiedensten Formen, und es hängt von der Wahl der Mittel ab, welche Nuance in die betreffende Drucksache hineingelegt werden soll.

Wir wollen einige solcher Nuancen unterscheiden, zum Beispiel:

  • zart
  • elegent
  • schmückend
  • religiös
  • ruhig
  • freudig
  • Stil
  • festlich
  • lieblich
  • bewegt
  • streng
  • Trauer
  • abstrakt
  • massiv
  • würdig
  • freundlich
  • modisch
  • bibliophil
  • reklamehaft

Durch eine geeignete Schriftwahl kann die gewünschte Stimmung weitgehend erreicht werden. Uns stehen also für diese Nuancen Schriftcharaktere zur Verfügung, ähnlich wie dem Komponisten die verschiedenen Tonarten. Nun zu den weiteren Punkten der Gestaltung.