Begleitelemente

Begleitelemente

Als Begleitelemente zur Schrift gelten Linie, Fläche, Schmuck und Bild. Diese Elemente erfüllen also in der Typographie nur eine begleitende Aufgabe, immerhin mit dem Hinweis, dass es Drucksachen gibt, welche zweckbedingt dieses oder jenes Element im vorherrschender Weise enthalten. So beispielsweise bei Werbedrucksachen, in welchen der Schriftsatz durch Illustrationen "anschaulich" begleitet wird.

Linie

Die Linie ist optisch ausgedrückt ein gedehnter Punkt, der die Schrift in neutralster Weise begleiten kann. Sie dient zur Gliederung des Satzes, zur Begleitung, zur Trennung oder zur Verbindung von Gruppen, sie umrandet und schmückt. Das Linienelement bietet in sich durch verschiedene Stärkenanwendungen oder durch die Häufigkeitsanwendung viele Möglichkeit des Wirkens auf der Papierfläche. Hierbei gilt seitens des Gestalters das Abwägen und das Erkennen. Wir kennen außer der geraden noch die gebogene, die an- und abschwellenden, die Wellen- und die Kreislinie. Duch Kombination von feinen und fetten Linien lassen sich die schönsten Wirkungen und Effekte zur Unterstützung der Schrift erreichen.

Dass zeitweilig der Linienbildsatz sehr geübt wurde, soll nicht unerwähnt bleiben, weil es früher Typographen gab, die Erstaunliches auf diesem Gebiet leisteten, teils in gutem, teils in schlechtem Sinne.

An Verwertungsmöglichkeiten feht es bei der Linienanwendung nicht. Bei der Linie als Umrandungsmittel wird die Lichtsteigerung zur Schrift oder die Raumaufteilung die erwünschten Spannungen im Sinne guter Allgemeinwirkung ermöglichen.

An den vorstehend dargestellten wechselvollen Gegenwirkungen ist zu ersehen, wie reichhaltig eigentlich in Steigerungen der Linienumrandungen gearbeitet werden kann, wenn man sich klar wird über den Zweck, die Betonung, die Absicht, die man in irgendeine kleine Arbeit hineinlegen möchte.

Fläche

Sie tritt auf als Papierfläche, als volle Farbfläche, als Untergrund, als gemusterte oder als Negativfläche sowie Rasterflächen. Die Fläche dient als schmückendes und erfreuendes Element in Farbe oder Ton oder wirkt flächendeckend in der Anwendung. Die Fläche als Begriff vereinigt auf sich eine der wichtigsten Position in der ganzen typographischen Gesaltung.

Schmuck

Als Schmuck bezeichnen wir hauptsächlich die Ornamente. Ornare heißt schücken, und Ornamente sind Schmuckstücke. Es gibt wenig Ornamente, die dem heutigen Geschmacks- und Stilemfinden noch genügen können. Außer einigen edlen klassischen Formen wie Mäander und Perlenschnüre ist der zeitlose Weißschmuck zu nennen, sowie die Federzüge, die aus der Zeit der Schreibmeister oft vereinfacht übernommen und im Schriftguss hergestellt wurden. Das Anwenden des Schmuckmaterials im Schriftsatz erfordert Geschick und Feingefühl für das sinnvolle und formenrichtige Setzen. Auf feinen Karten zu einem Familienfest oder geeigneten Anlässen lässt sich der Schmuck anbringen.

Bild

Als ein weiterer Schmuck könnte das Bild auf der Drucksache gelten. Es steht sogar in engerem Kontakt zur Schrift als der sogenannte Schmuck, denn sogar aus dem Bild entwickelte sich die Schrift und der schriftliche Ausdruck. Man kann sagen, vor der Schrift war das Bild als Mitteilungsmittel in Gebrauch und die Chinesen haben ja heute noch Bildzeichen für den Schriftsatz. Wir unterscheiden in der heutigen Anwendung den Holzschnitt, die Strichätzung und die Autotypie. Bestimmte Werbungen sind ohne das Bild kaum noch denkbar. Gestalterisch zur Anwendung kommen Vignetten, Photomontagen, Detailausschnitte von photographierten Gegenständen zum Zwecke der Aufklärung, Belehrung, Werbung oder als Stimmungsmittel. Schrift und Bild müssen sich stets gut ergänzen.